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Der Segelsport "Man stelle den Reiseplan nach guten Karten möglichst früh und gründlich zusammen. Ist ja dies schon an und für sich ein Vergnügen. Man sei sehr vorsichtig in der Auswahl der Mitreisenden. Die Zahl 3 ist, wie schon einmal angedeutet, die beste! Der Eigner oder ein von ihm bestimmtes Mitglied übernimmt das Kommando. Sonst ist Ablösung nach Stunden, beim Treideln nach Minuten, zu vereinbaren. Auf vielen Reisen bewährt hat sich folgende Tageseinteilung: Mit der Sonne aufstehen. Kaffee aufsetzen. Gründliche Reinigung des Bootes (sehr wichtig!). Dann Bad und Toilette. Setzen der Segel. Frühstück während der Fahrt. Stets unmittelbar nach der Mahlzeit Reinigen der Gefäße, wovon der Mann am Steuer befreit ist. Um 9 Uhr kaltes Frühstück. Um 12 oder 1 Uhr Mittag, das immer derjenige kocht, der zugleich alle Materialien verwaltet, daher auch schon vor der Reise mit der Beschaffung beauftragt wurde. Diese Kleinigkeiten sind sehr wichtig, da die Gemütlichkeit der ganzen Reise gestört ist, sobald Unordnung oder Zweifel herrschen. Der Dritte Mann achtet auf die Beseglung und hat das ganze laufende Gut zu überwachen. Bei Fahrten auf Binnengewässern eine bezahlte Hand mitnehmen, hieße der ganzen Reise die ihr eigene Poesie und jeden Reiz rauben. Nachmittags etwa 3 Uhr gibt es Kaffee, um 7 Uhr Abendbrot, um 10 Uhr geht es vor Anker und zur Ruhe, wenn nicht gerade eine sehr günstige Brise zum Weitersegeln in die Nacht hinein einladet. Man lege sich zur Nacht, wenn es geht, fern von bewohnten Orten vor Anker, schon wegen des Badens und der Morgentoilette, womöglich in eine stille Bucht, damit etwa aufkommender Wind nicht stört. Diese stillen Nächte, in denen man nur das Plätschern des Wassers, das leise Glucksen der Wasservögel hört, sind allein schon wert, solche Reisen zu machen! Sind aber Mücken da, so gehe man schleunigst Anker auf und lasse ihn weiter drin im See fallen, dann wird man von den Plagegeistern befreit sein. Ist bei Tage das Wetter sehr regnerisch, so gehe man vor Anker und amüsiere sich in der nun doppelt gemütlichen Kajüte mit Zeichnen, Führen des Logbuches, Schach- oder Skatspielen und Garnspinnen. Man übertreibe die Tagesleistungen nicht und sorge für Abwechslung. Am dritten Tage der Reise, an dem wegen der ungewohnten Lebensweise fast immer eine gewisse Abspannung einzutreten pflegt, mache man eine Pause, in interessanten Gegenden wohl auch einen Fußmarsch, um das Blut in Bewegung zu bringen! In der Nähe schöner Waldstreifen steige man ans Land zu einer der Mahlzeiten. Sind Angler an Bord, so füllen diese etwaige Pausen mit diesem Sport aus. Die Fischer, denen man begegnet, lassen einem gern etwas von ihrem Fange ab. Auf den belebteren Straßen begegnet man fliegenden "Zemplern", die Brot, Bier und allerlei Lebensmittel verkaufen. Man hüte sich aber bei mangelnder Bewegung usw. vor dem Genuß des Bieres während der Reise. Wer wochenlang Reisen macht, und nur dann kann man schöne Partien aufsuchen, kommt viel mit Berufsschiffern (an Schleusen usw.) in Berührung. Man wird mit den meist achtbaren und biederen Leuten stets trefflich auskommen, ja auch von ihnen manche Freundlichkeit erfahren. Natürlich schallt es aus dem Walde genau so heraus, wie es hineintönt. Ein fröhliches Herz, gute Laune, frischer Wagemut, keine Scheu vor Arbeit, Strapazen und gegenseitige Rücksichtnahme sind die Haupterfordernisse für die Reise und bilden deren beste Ausrüstung." |
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